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Kinderbuch-Tipp des Monats

Alan Gratz: Amy und die geheime Bibliothek (übers. aus dem Amerikanischen von Meritxell Janina Piel), Hanser Verlag, München 2019, ab 9 Jahren

Amy geht in die vierte Klasse und liebt Bücher über alles. Eigentlich ist sie ein schüchternes Mädchen, jetzt kann sie es aber nicht fassen und empört sich: Der Schulausschuss hat entschieden, ihr Lieblingsbuch und viele andere Bücher aus der Schulbücherei zu verbieten, da eine Mutter behauptet hat, dass es die Kinder dazu verleite, zu stehlen und Schimpfwörter zu gebrauchen. Amy ist wütend, denn sie findet, dass Kinder selbst entscheiden sollen, was sie lesen möchten, denn im Unterricht hat sie gelernt, dass dies ein Grundrecht ist … Deshalb gründet sie die „G.S.B“, die „Geheime Schließfach-Bibliothek“, wo sie verbotene Bücher sammelt und an ihrer Mitschüler ausleiht - und die Ausleihe boomt! Doch Amys Geheimnis wird verraten und sie bekommt für ein paar Tage Schulverbot. Die Zensur der Bücher durch die Eltern ufert weiter aus, irgendein Erwachsener findet immer etwas an einem Buch auszusetzen. Und dann stürmen Amy und ihre Mitstreiter die Schulausschusssitzung, um die Lehrer und Eltern von dem Unsinn der Bücherverbannung zu überzeugen. Ob es ihnen wohl gelingt? Ein richtig spannendes Buch, denn der Stoff ist leider nah an der Realität: In den USA ist es gängige Praxis, Bücher mit unliebsamem Inhalt aus Bibliotheken zu entfernen, aber wie sollen Kinder und Jugendliche mit Widersprüchen klarkommen und herausfinden, was sie für richtig und falsch halten, wenn Kinderbücher nur eine perfekte Welt aufzeigen? Ein Buch über mutige Kinder mit kritischem Verstand – dem Lesen sei Dank!