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Buchtipp

Matthias Brand: Blackbird, Kiepenheuer & Witsch, 2019

Es ist nicht leicht, sechzehn zu sein: Matthias Brandt erzählt in seinem ersten Roman von einer Jugend in den Siebzigern. Er spielt in einer namenlosen Kleinstadt, in einer langweiligen und etwas bedrückenden Einfamilienhausidylle spielt, wo abends Leberwurstbrote mit Gewürzgurke serviert werden.
An einem Tag Mitte August, als der Ich-Erzähler Morten Schumacher, den alle „Motte“ nennen, einen Anruf bekommt. Sein Vater ist gerade dabei, auszuziehen, nun erfährt Motte, dass sein bester Freund Manfred, den alle „Bogi“ nennen, im Krankenhaus liegt. Befund: Non-Hodgkin-Lymphom. Wir begleiten Motte, der ein paar Tage später 16 Jahre alt wird, durch die nächsten elf Monate, in denen ihm mehr widerfährt als nur die altersytpischen Leiden und Schmerzen. Doch wie erträgt man das Unerträgliche? Am besten ignoriert man seine eigene Hilflosigkeit – und das funktioniert zunächst, denn es geschehen so viele alltägliche Dinge, die nicht nur ablenken, sondern auch unglaublich wichtig sind, wie das erste gescheiterte Verliebtsein oder der Kauf der richtigen Schallplatte. Aber auf Dauer lässt sich der Schmerz nicht austricksen …

Matthias Brandt hat ein wunderbares Gespür, wovon man reden muss und was man weglässt. Ein zarter, sehr trauriger und gleichzeitig sehr komischer Roman, in dem das Gesprächige die Sprachlosigkeit überdeckt.